Interview

Interview mit Petra Wallasch, Geschäftsführerin, Rapidobject GmbH, Leipzig

Welche Rolle spielt die 3D-Drucktechnologie für Industrie 4.0 und wo sind die wichtigsten Einsatzfelder der digitalen Fertigung?

Der 3D Druck spielt eine ganz wesentliche Rolle für Industrie 4.0, denn durch ihn lässt sich die reale mit der digitalen Welt verknüpfen. Bauteile können nach individuellen Vorstellungen digital modelliert, angepasst und dadurch ab Losgröße 1 in unterschiedlichen 3D Druckverfahren in Kunststoff, Metall oder Polymergips hergestellt werden. Somit ist die Produktion von individuellen und kleinen Losgrößen zu Preisen der Massenfertigung realisierbar. Zudem wird durch den 3D Druck der gesamte klassische Produktionsprozess beeinflusst. Generell kann man sagen, dass den Anwendungsfeldern des 3D Drucks nahezu keine Grenzen gesetzt sind. Angefangen beim Prototypenbau, der Produktion von Kleinserien und der Herstellung von Ersatzteilen für z. B. die Automobilbranche bis hin zum Einsatz im Bereich der Medizintechnik erschließt sich der 3D Druck immer mehr neuen Anwendungsmöglichkeiten. Dabei ist der 3D Druck nicht nur auf die Anwendung im Industriebereich beschränkt, sondern spielt auch bei der Fertigung von Messemodellen sowie Architekturmodellen und Tastmodellen für Blinde und Sehbehinderte seine vielfältigen Vorteile aus.

Worin liegen die Vorteile additiver Fertigungsmethoden?

Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren bieten die additiven Fertigungsverfahren eine schnellere, kostengünstigere und materialsparendere Produktion. Durch den schichtweisen Aufbau wird nur das Material verwendet, das auch gebraucht wird. Nicht verwendetes Material kann so bei der nächsten Fertigung wiederverwendet werden. Darüber hinaus lassen sich Produkte mit hochkomplexem, filigranem und funktionalem Design herstellen, welche bis dato mit konservativen Herstellungsverfahren nicht realisierbar waren. Mit den additiven Fertigungsverfahren wird eine hohe Flexibilität im Produktionsprozess ermöglicht, so lassen sich beispielsweise Fehler digital korrigieren, die Größe skalieren oder Anpassungen in letzter Sekunde an den CAD-/3D Daten vornehmen. Dies ermöglicht eine Individualisierung des Produktionsprozesses und eine kostengünstige Fertigung ab Losgröße 1.

Welche Hinweise können Sie Unternehmen geben, die additive Fertigungsmethoden in ihre Produktion integrieren möchten?

Additive Fertigungsverfahren bieten nahezu für jeden Anwendungsbereich Vorteile und ermöglichen es, Kunden gezielter und ganz individuell anzusprechen. 3D Druck Dienstleister bieten hier Unterstützung. Sie geben Tipps zur Materialauswahl, beraten u. a. zur 3D Datenerstellung durch 3D Scannen und CAD Konstruktion sowie zur additiven Fertigung, Oberflächenveredelung und abschließenden Vermessung der Bauteile.

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